Samstag, 18. November 2017

[Gastbeitrag] Nadine Wolf räumt mit BARF Mythen auf!

Die Buchautorin und Bloggerin (Der BARF-Blog; Facebook-Seite Der BARF-Blog) Nadine Wolf kennt sich mit BARF aus! Die artgerechte Ernährung unserer 4-Beiner ist für sie mehr als ein Job, es ist auch ihre Leidenschaft. Ob als Autorin, Bloggerin, Kolumnistin, Dozentin oder auch Tierheilpraktikerin, alles dreht sich bei ihr um Hunde und deren Gesundheit. Schon einige interessante Telefonate haben wir geführt und dabei nicht nur über die Ernährung gesprochen. Vor Kurzem lernten wir sie dann auch mal persönlich kennen und der sympathische Eindruck vom Telefon bestätigte sich noch. Daher freuen wir uns sehr, dass sie hier in unserem Blog einen Gastbeitrag zu dem Thema BARF beisteuert und mit ein paar Mythen aufräumt.

Als Rico Nadine auch real beschnuppern konnte, beanspruchten die Fleischbällchen auf der Tiefkühltruhe seine Aufmerksamkeit. 😃


2 BARF-Mythen

von Nadine Wolf

Um das Thema BARF kursiert eine ganze Reihe von Mythen, die Ängste schüren und Einsteiger verunsichern. Natürlich birgt auch BARF gewisse Risiken, aber so manche negative Darstellung zum Thema gehört schlichtweg ins Reich der Märchen. Davon sollte man sich als BARF-Interessent nicht zu sehr beeindrucken lassen.

Nadine mit ihrem "Puppenmann"
Foto: Der BARF-Blog

 

BARF liefert zu viel Eiweiß

Das Vorurteil, BARF sei zu eiweißreich und damit schädlich für den Hund, hält sich hartnäckig. Die Frage, die sich zunächst stellt, ist, warum eine überhöhte Eiweißaufnahme überhaupt problematisch sein könnte. Denn Organschädigungen aufgrund einer langfristigen Überversorgung konnten bisher nicht nachgewiesen werden, ein Zuviel gibt es also eigentlich nicht. Unabhängig davon sollte aber geklärt werden, wie viel Eiweiß ein Hund überhaupt benötigt und wie viel mit BARF tatsächlich aufgenommen wird. Ein ausgewachsener 30 kg schwerer Hund, der normal aktiv ist, benötigt 64 g verdauliches Eiweiß am Tag. Dieser Hund bekäme mit BARF etwa 600 g Futter am Tag, darin im Durchschnitt enthalten 240 g durchwachsenes Fleisch, 100 g Pansen, je 70 g Innereien und fleischige Knochen, 120 g Obst und Gemüse sowie ein paar Zusätze. Diese Mischung liefert etwa 87 g Protein, respektive ca. 70 g verdauliches Eiweiß am Tag, deckt also gerade den Bedarf des Hundes. Bekäme der gleiche Hund etwa 360 g Trockenfutter einer bekannten Tierarztmarke mit 26 % Protein, wären es 94 g Eiweiß. Wie die Berechnung zeigt, ist die Zufuhr bei beiden Rationen etwa gleich, BARF liefert sogar etwas weniger Eiweiß als das Trockenfutter. Die Behauptung, BARF würde im Gegensatz zum Fertigfutter zu viel Eiweiß liefern, trifft also überhaupt nicht zu. Bei konzeptloser Rohfütterung mag das anders aussehen, nicht aber bei BARF. Erfolgt die Orientierung am Beutetier, so werden neben anderen Komponenten beispielsweise auch automatisch ausreichende Mengen an Fett zugeführt, um eben nicht Unmengen an Fleisch verfüttern zu müssen. Das senkt automatisch den Eiweißgehalt in der Nahrung. Ergo: Dass BARF zu viel Eiweiß liefern soll, ist ein Mythos ohne Wahrheitsgehalt.

Eine beispielhafte BARF-Ration
Foto: Der BARF-Blog

 

Die Orientierung am Wolf macht keinen Sinn

Es wird oft angeführt, dass die Orientierung am Wolf völliger Unfug wäre, weil der Hund ja nun einmal kein Wolf sei und völlig anders leben würde. Das ist richtig, aber es ist eindeutig belegt, dass sich das Verdauungssystem von Hunden im Laufe der Domestikation fast gar nicht verändert hat. Hunde und Wölfe sind derart nah miteinander verwandt, dass diese Spezies sogar so miteinander verpaart werden können, dass zeugungsfähige Nachkommen entstehen. Das ist beispielsweise bei Pferden und Eseln nicht möglich, denn die entstehenden Hybriden sind fast immer unfruchtbar. Und niemand würde auf die Idee kommen, diese beiden Tierarten grundlegend anders zu ernähren. Es gibt natürlich Unterschiede, aber sie sind nicht eklatant wie die Kluft zwischen Beutetier und trockenen Pellets mit 50 % (und mehr) Getreideanteil. Warum also einen Hund so grundlegend anders ernähren als seinen biologischen Vorfahren? Das macht keinen Sinn!

Bayo mit Knochen
Foto: Der BARF-Blog

Als weiteres Argument gegen die Orientierung einer Fütterungsmethode für Hunde an jener von Wölfen wird die Tatsache angeführt, dass diese in Freiheit ohnehin nur 4–5 Jahre alt werden. Das würde eindeutig zeigen, dass deren Ernährung nicht auf eine lange Lebensdauer ausgerichtet sei. Bei dieser Begründung wird jedoch verschwiegen, warum Wölfe in Freiheit nicht besonders alt werden. Die meisten Wölfe sterben durch Menschenhand frühzeitig: Sehr viele Tiere werden überfahren, erschossen oder vergiftet. Weitere sterben an Infektionen oder verhungern. In Gefangenschaft werden Wölfe durchaus 13–17 Jahre alt. In Zoos und Wildgehegen ernähren sie sich ebenfalls wie ihre wilden Artgenossen von Beutetieren, sind aber vor anderen Risiken geschützt und werden medizinisch versorgt, wenn sie krank werden. Nicht die Art der Fütterung bedingt also die geringe Lebenserwartung der Tiere in Freiheit, sondern die übrigen Lebensumstände.

Hat man dieses Argument entkräftet, wird dann auch noch bemängelt, dass BARF für Hunde nicht bedarfsdeckend sei, die Beutetierfütterung für Wölfe hingegen schon, weil diese schließlich täglich 10 kg fressen würden. Erst durch diese hohen Mengen wäre die Bedarfsdeckung gewährleistet - logisch, denn je mehr Futter, desto mehr Nährstoffe. Hunde hingegen bekämen mit BARF wesentlich weniger Futter: Ein Hund in Wolfsgröße nur etwa 1 kg pro Tag. Da haben wir sie, die Äpfel und die Birnen. Ein Wolf in Freiheit ist nicht mit einem Wohnungshund zu vergleichen. Hier muss wieder der Wolf in Gefangenschaft herangezogen werden, denn der Energieverbrauch im Tierparkgehege entspricht eher dem des Haushundes. Und siehe da: In Tierparks fressen die Wölfe im Schnitt 5-mal pro Woche etwa 1-2 kg Futter pro Tier. Das entspricht ungefähr der Menge, die ein Hund dieser Größe mit BARF bekommen würde, wenn auch er zwei Tage pro Woche fasten müsste. Auch bei diesen Argumenten wird klar, dass sie sich als Mythen entpuppen, wenn man sie hinterfragt.





Nadine mit ihren Hunden
Foto: Der BARF-Blog
Da haben wir wieder was dazugelernt: BARF ist gar nicht so kompliziert wie viele glauben. Und wie so oft im Leben, kommt es auf die Ausgewogenheit an. Das Döggelchen Rico wird ja "Mischgefüttert"; das heißt, dass er sowohl Fertigfutter bekommt, aber auch rohes Fleisch und auch Küchenreste. Von Nadine wissen wir, dass das schon sehr abwechlungsreich und ausgewogen ist. Vielen Dank Nadine für deinen informativen Beitrag in unserem Blog, der mit ein paar Mythen aufräumt!


Freitag, 10. November 2017

Im Riechen sind Hunde den Menschen mehr als nur eine Nasenlänge voraus

🐶 Also manchmal spinnt mein menschliches Cerebral-Interface Maximilian ja schon! Wenngleich auch recht niedlich... Versucht er doch glatt mit seinen eingeschränkten Sinnen sich in meine Wahrnehmungswelt einzuklinken. Dafür hat er sich den "Odorisationsblick" ausgedacht (das beschreibt er euch ja in unserer aktuellen Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin). Als ob er mit seinen Augen „sehen“ könnte, was ich als Hund so rieche. *frechwedel* Das klappt natürlich nicht so ganz. Schließlich nehmen Augen Lichtwellen wahr und nicht Geruchspartikel. Seine Nase ist aber dafür im Vergleich zu der von uns Hunden zu "unsensibel" (ihr Menschen habt ja nicht mal genug Wörter für alle Gerüche, die ihr so wahrnehmt, geschweige denn was wir so alles erschnüffeln können). Daher muss er es mit anderen Sinnen kombinieren, um wenigstens eine ganz grobe Ahnung zu bekommen: So beispielsweise mit seinem haptischen Sinnen, um die Windrichtung zu erkennen; aber auch sein Wissen wie sich Geruchspartikel verhalten (übrigens: durch Rauchbomben könnt ihr das recht gut sichtbar machen), fließt da mit ein. Und nicht zuletzt die Beobachtung meiner Körpersprache!

🐶 Wir Hunde können mehr riechen, als ihr 2-Beiner sehen könnt!

Aber er muss auf solche Hilfsmittel ausweichen, denn bei uns Hunden ist der Bereich des Gehirns welcher für die Verarbeitung zuständig ist walnussgroß (ca. 7000 mm², und umfasst 1/8 unseres gesamten Gehirns); und somit wesentlich grösser als beim Menschen (ca. 500 mm², also etwa erbsengroß), wodurch das Wahrgenommene weiter differenziert werden kann. Riechtechnisch hat es die Evolution also nicht ganz so gut gemeint bei euch felllosen Primaten. *frechwedel*

Anders als wir, seid ihr halt keine Makrosmatiker (griechisch für „Großriecher“). Da ihr eher die visuelle Wahrnehmung verwendet gehört ihr 2-Beiner zu den Mikrosmatikern (griechisch für „Kleinriecher“). Ihr müsst euch aber deswegen nicht klein fühlen. Mit etwas bildlicher Vorstellungskraft ( = Imagination), Einfühlungsvermögen ( = Empathie) und Wissen könnt ihr das zwar nicht ganz ausgleichen, aber es hilft euch nicht nur Situationenn vorausschauned zu erkennen, sondern auch uns Hunde besser zu verstehen. *freuwedel* Denn schließlich will man ja auch das verstehen, was man liebt. *kopfschrägohrennachvorn*


Interessante Links zum Thema:


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne im Hundemagazin WUFF (12/2017) "Ein Blick in den Mikro-Kosmos der Geruchspartikel"

Samstag, 28. Oktober 2017

Radikale Tierschützer - Verbrecher oder Helden?

🐶 „Hey Brainy!“, hörte ich eine rauhe Stimme laut rufen. Sogleich war ich dank der semi-telepathischen Verbindung zu meinem menschlichen Cerebral-Interface alarmiert: Mein Oller ließ locker die Schultern hängen, sein Stand veränderte sich beinahe unmerklich, ganz leicht beugte er die Knie, spannnte sich auf diese seltsame Art an, die ich nur gaaaaanz selten erlebt habe, so eine Mischung aus beweglicher Lockerheit und auf Bereitschaft gespannte Muskeln – ähnlich einem Gummiband. Wenngleich ich nicht einmal wusste warum... Darum schaute ich mich um. Da entdeckte ich einen Typen – Marke Kühlschrank, er war fast so breit wie er hoch war – von dem die Stimme kam. War er der Grund, weswegen mein Oller so seltsam reagierte? Wer war der Kerl...? *ohrennachvornnackenhaaresträub*

Da war er heran und grinste meinen Ollen an. Nicht unsympathisch, aber irgendwie auch lauernd. „Na, erkennst du mich nicht mehr?“ Doch das tat mein Oller, dennoch hielt er seinen unauffälligen Körpermodus noch aufrecht. „Also erinnerst dich auch noch an den Spitznamnen, den ich dir gab“, sagte er lachend und wollte meinem Ollen freundschaftlich auf die Schulter hauen. Doch der drehte eine Vierteldrehung um die eigene Längsachse und der Schlag ging ins Leere. „Und offenbar sind deine Reflexe immernoch so gut wie wie früher“, scherzte er. „Bei Weitem nicht mehr“, entgegnete mein Cerebral-Interface mit Augenzwinkern. Seltsame Begrüßung. *schnauf* Die beiden unterhielten sich, sie kannten sich aus früheren Zeiten, lange bevor ich auf meinen Menschenpartner traf. Der ein oder andere unter euch weiß ja, dass der Olle in jungen Jahren nachts in einer Disco gejobbt hat. Damals lernte er viele Leute kennen, darunter auch den ein oder anderen zwar sympathischen, aber auch „schrägen“ Vogel (und damals gaben ihm wohl einige Leute Spitznamne wie eben Brainy, aber auch Langhaariger-Bombenleger, Space-Mafioso und ähnliche gehörten dazu). Nun, der in die Jahre gekommene Türsteher-Typ schien darunter zu Fallen. UND: Er kannte unseren Blog!

Dafür, dass sie sich offenbar schon seit Jahrzehnten nicht gesehen hatten, wusste er recht viel über meinen 2-Beiner: Wie er in jungen Jahren (kurz nach seinem Disco-Job) bei einem Wirtschaftsmagazin angefangen hatte, noch ein paar andere Stationen wie beispielsweise das Handelsblatt, oder wie er dann nach Frankfurt ging zur Financial Times Deutschland, Capital und Börse Online. „So ganz aus den Augen hab ich dich nie verloren“, sagte er mit einem seltsam lauernden Grinsen und einem dennoch sympathischen Augenzwinker. Und er fand es gut, was wir mit unserem Blog auf die Beine gestellt haben und wie sehr wir uns für Hunde einsetzen. „Daher will ich dir jemanden vorstellen. Aber, du musst ebenso verschwiegen sein wie damals.“

Sie verabredeten sich und wenige Tage später trafen wir einen Typen, der war noch seltsamer als der davor. Und noch „kantiger“ . Auch Marke Kühlschrank, aber einen von diesen hohen. Er kam direkt auf uns zu, blieb aber dann wenige Meter von uns stehen. Dort begrüßte er dann zunächst den Kumpel von Maximilian, dann sagte er während er auf mich zeigte: „Ist es okay, wenn ich näher komme?“ Mein Oller nickte und sagte: „Klar, aber lass ihn erst in Ruhe schnüffeln bevor du ihn streichelst. Und bitte nicht von oben streicheln.“ Da kam der Kerl, nennen wir ihn mal Bernd (ich muss die Namen ändern, meint mein Oller), näher, gab erst meinem Menschenpartner die Hand und ließ mich dann ausgiebig an sich schnüffeln, langsam ging er in die Hocke und streichelte mich von der Seite. Als das Eis gebrochen war, spielte er auch ein wenig mit mir. Gerochen hat er übrigens nach vielen Hunden. Und wir sollten auch gleich auf recht schockierende Weise erfahren warum...

🐶 Warum tun uns einige Menschen sowas Schlimmes an...? *traurigschau*

Denn Bernd ist ein Tierschützer. Aber nicht irgendeiner, sondern einer von der radikalen Sorte, die auch mal Gesetze brechen. Solche Leute brechen auch mal illegal irgendwo ein und befreien Tiere aus ihrer Qual. Das gibt er uns gegenüber auch ganz offen zu. Er zeigt uns Fotos von Hunden, die er und seine Freunde befreit haben. Alle machten einen erbärmlichen Eindruck: Im harmlosesten Fall waren sie verwahrlost und verdreckt, doch viele waren ganz offensichtlich krank oder gar misshandelt worden. *grrrrrr*

Zwischen meinem 2-Beiner und Bernd entbrennt eine Diskussion, ob das der richtige Weg ist: Gesetze zu brechen um Tieren zu helfen. Ob das nicht eine herangezogene Legitimation ist, um Gesetze zu brechen? Oder sich einen „Kick“ zu holen? Sich als "Held" zu profilieren... Versteht meinen Ollen jetzt nicht falsch, dass ist nicht etwa seine persönliche Meinung, eher entsprangen diese Fragen seiner journalistischen Neugier. Bernd sollte sein Handeln uns gegenüber erklären (nicht rechtfertigen!), damit wir ihn besser verstehen.

Und schließlich wissen wir ja, dass ein Rudel ohne Regeln nicht funktioniert. Bei euch felllosen Primaten heißt das Großrudel halt Gesellschaft und die Regeln nennt ihr Gesetze. „Klar, das leuchtete mir auch mittlerweile ein und ich habe meine wilde Jugendzeit auch hinter mir. Du hattest in jungen Jahren ja wohl auch die ein oder andere Flause im Kopf, wie mir unser gemeinsamer Freund Thomas (auch diesen Namen mussten wir ändern) erzählt hat. Aber das ist bei mir eine Ausnahme, ich kann diese leidenden Tiere einfach nicht im Stich lassen. Und wenn sie mich erwischen sollten, dann stehe ich dafür auch gerade.“ Dann stand er auf und sagte nur: „Komm mit, ich zeig dir mal was.“

Wir gingen ein paar Schritte zum Parkplatz, wo sein Auto stand. Er öffnete die Ladeluke... Und mein Oller bekam eine Gänsehaut, die eher an Elefantenpicken erinnerte. Auch ich erschrack im ersten Moment, dass ich eingeschüchtert zurücksprang. Im Laderaum waren diverse Boxen und darin Hunde in einem erbärmlichen Zustand: verwahrlost, verdreckt, verletzt. *brummm* In einer fiepten völlig unterernährte Welpen; in einer an wimmerte ein an der Pfote verletzter Hund, dessen Fell am Hals vom Kettentragen schon ausgefallen war; da war ein alter, blinder, zitternder Hund, ebenso wie eine Hündin mit sehr großen Zitzen – wir vermuteten sofort, dass sie schon einige Welpen geworfen hatte. „Ja, stimmt, dabei ist sie gerade mal 3 Jahre alt.“

Durch unsere semi-telepathische Verbindung spürte ich sogleich was mein Oller dachte, denn selten waren seine Gedanken so laut - wohl vor Wut und Trauer: Ja verdammt, es ist gegen das Gesetz! Und ja, eine Gesellschaft braucht Gesetze wie ein Rudel Regeln braucht. Ohne funktioniert beides nicht. Aber ich kann diesen Mann beim besten Willen nicht verurteilen (und mein Menschenpartner Maximilian auch nicht). Nicht beim Anblick dieser hilfsbedürftigen Wesen.

🐶 Schaut uns Hunden in die Augen und seht: auch wir haben Gefühle!

Mein 2-Beiner und Bernd unterhielten sich noch eine Weile und wir versprachen ihm, seinen Namen nicht zu nennen (mein Oller hat ja als Journalist Zeugnisverweigerungsrecht). Dann verabschiedeten wir uns und gingen. Auf dem heimweg merkte ich, wie die Gedanken im Kopf meines menschlichen Cerebral-Interface wirbelten. Noch nie hatte ich ihn nach einem Termin so durcheinander, so erschüttert erlebt. *schüttel* Das verwirrte mich natürlich und ich schaltete sogleich auf Wachmodus. Das bemerkte mein Oller und fuhr dann mit mir woanders hin, wo wir alleine sein konnten. Dort gingen wir dann wesentlich entspannter Gassi, auch wenn Maximilian noch lange seinen Gedanken nachhing. Aber so kam er runter und ich damit auch.

So ganz abschließend kann der Olle immer noch kein Urteil fällen. Einerseits brauchen diese Tiere eindeutig Hilfe, andererseits kann er es nicht gut heißen, dass dafür Gesetze gebrochen werden. Wie ist denn so eure Meinung dazu? Würd mich mega-pansig interessieren. Schreibt sie uns!


PS: Die Namen haben wir geändert und Fotos durften wir nicht schießen. Auch mussten wir mehrere Monate warten, bevor wir diesen Beitrag bringen durften. Das war die Bedingung unserer Gesprächspartner.


Dienstag, 17. Oktober 2017

*[Produkttest] Ein maßgeschneidertes Geschirr für Rico

*Gesponsert

Voll im Schnüffel-Modus
Foto: Fabienne Glönkler

Was für ein Erlebnis: Bei unserem 2. Besuch in der Schweiz hatten wir die Gelegenheit eines Werksbesuchs bei einem der renommiertesten Hersteller von Zuggeschirren: *Zampa (made by *Tier und Sport) Wir bekamen eine private Führung von den Chefs Brigitte und Guido Weilenmann. Guido ist selber seit 1981 im Zughundesport aktiv (seine Tochter und sein Sohn übrigens auch – liegt der Familie offenbar im Blut). Seine in Jahren erworbene Erfahrung und sein Wissen über die Anatomie von Hunden fließen in seine Geschirre mit ein. „Wichtig ist, dass das Geschirr dem Hund nicht unangenehm ist, es nirgends drückt oder zwickt – die Schultern müssen frei sein, nichts darf auf die Weichteile drücken oder die Atmung behindern. Und dennoch sollte es fest genug sitzen, damit es nicht scheuert und seine Kraft optimal übertragen wird“, erklärt er, während er persönlich das maßgeschneiderte Mantrailing-Geschirr für Rico an meinem kleinen Doggen-Wookiee anpasste.

Der optimale Zugpunkt

Genau auf dem Brustbein, damit der Hals frei bleibt

Nicht nur an der Nähmaschine ist Brigitte die Chefin 😏
Ihr habt richtig gehört: Rico hat jetzt ein maßgeschneidertes Geschirr. Aber nicht irgendeines: ein Mantrail-Geschirr. Denn Guido Weilenmann und Kerstin Hennings (die Leiterin des *SHZ Suchhundezentrums) haben ihre Köpfe zusammengesteckt und ihr Wissen zusammengetragen, Guido aus dem Zughundesport und Kerstin aus dem Mantrailing. Heraus kam dabei ein optimales Mantrail-Geschirr (das Geschirr erhaltet ihr *hier). „Beim Mantrailing wie auch beim Zughundesport sind die Hunde unter Zug. Die unterschiedliche Intensität der beiden Aktivitäten fordert aber auch unterschiedliche Fixpunkte der Geschirre,“ erklärt mir Guido, „denn ein Verrutschen des Geschirres, verfälscht auch die Signale, die wir über die Leine erhalten-daher sind unterschiedliche Fixpunkte auch sinnvoll“ ergänzt Kerstin. 

Oben, Vorne und Unten passt's - vom Profi für gut befunden

Gemeinsames Anpassen schafft Freundschaft
Beim Anpassen des zuvor schon extra für Rico gefertigten Geschirres (ausgemessen wurde er schon vor unserem Besuch) lässt Guido viel Ruhe walten. Erst muss er den Hund kennen lernen und er ihn, weshalb er ihn erstmal ausgiebig schnüffeln lässt und den Hund streichelt. Das Döggelchen genoß es auf jeden Fall! „Eigentlich müsste man jedes Geschirr maßschneidern“, meint Guido, „denn selbst Hunde der gleichen Rasse gleichen sich nicht immer so sehr“.

Das ist auch der Grund, warum Guido am liebsten die Geschirre „nicht ohne Beratung“ verkaufen möchte: „Das mag konservativ wirken, aber es ist im Sinne des Hundes als individuelles Wesen – denn kein Hund gleicht dem anderen.“


Sichtlich glücklich wegen all der Aufmerksamkeit, die man ihm schenkte, stand Rico da in seinem neuen Geschirr. Wundert euch nicht über den leichten Bogen, den der Verbindungssteg oben im Ruhezustand macht – das ist Absicht. Denn wenn der Hund zieht, zieht sich auch dieser gerade. „Diesen kleinen Spielraum braucht der Hund, wenn er sich ins Geschirr legt, damit das Brustteil am Ende des Brustbeines bleibt und ihm nicht den Hals zuschnürt“, erklärt Kerstin.

Beindruckt war ich vor allem, wie durchdacht das Geschirr ist: Die Halsöffnung ist weit genug, dass es nicht die Atmung behindert, wenn der Hund zieht, aber eng genug um optimal die Energie des Hundes zu übertragen. Der Ring für die Leine hat durch den Umlauf extra viel Spielraum, damit das Geschirr nicht verrutscht, wenn er mal heftig zu Seite zieht oder die Richtung aprubt ändert; außerdem werden so die Signale nicht verfälscht. Selbst daran, dass der Ring abgepostert ist, so also nicht direkt auf den Hunderücken scheuert, haben die beiden gedacht.

Zum Einsatz bereit
Foto: Fabienn Glönkler
Dank Reflektoren auch im Dunkeln gut sichtbar
Selbstverständlich haben wir das Geschirr dann auch gleich in der Praxis getestet: Im Training beim SHZ Suchhundezentrum hatte ich die Gelegenheit es auszuprobieren. Und in der Tat, ich spürte viel mehr Feinheiten über die Leine und Rico lief irgendwie „befreiter“ als mit unserem Standard-Geschirr (welches ja nicht speziell für das Mantrailing ausgerichtet ist). Dadurch konnte ich aber nicht nur die Signale von Rico besser und vor allem deutlicher spüren, sondern auch viel schneller darauf adäquat reagieren. Überhaupt sah ich das Döggelchen in keinem Geschirr bisher so locker und frei laufen – fast so als wäre es gar nicht da. „Weil der gesamte Bewegungsapparat nicht eingeengt wird“, sagt Kerstin. So machte das Mantrailen, was uns eh schon viel Spaß bereitete, gleich doppelte Freude.

Durch volle Bewegungsfreiheit kann ich mich voll auf's Schnüffeln konzentrieren
Foto: Fabienne Glönkler

🐶 Na dann, nichts wie ab wieder ganz schnell in die Schweiz zum Mantrailen! *freuwedelhüpf*

Auch in Aktion eine gute Figur

Das Mantrailing-Geschirr erhaltet ihr im *Shop des SHZ Suchhundezentrums


*Gesponsert